Lernendenlager – 2. Tag

Der 25. September, ein nicht allzu gewöhnlicher Dienstag, startete für uns mit dem topmotivierten Weckkommando, angeführt von Gabriel Bolliger, mit dem Motto:“ Jtz bringeni mau Stimmig idi bude“. Langsam lösten sich die verschlafenen Lernenden von ihren verschwitzten Schlafsäcken, bis auf ein zitterndes Subjekt, dessen Schlafsack es leider nicht mit auf die Reise geschafft hat. Nach dem Anziehen von einigen mehr oder weniger notwendigen Kleidungsstücken, begab sich ein besonders fähiger Teilnehmer leicht hinkend auf den Weg zum Esslokal, da er am Sonntagmorgen auf eine ihm bisher unbekannte Verletzung an der rechten Ferse aufmerksam wurde. Nach kurzem aber schmerzhaften Fussweg, traf auch er im Esslokal ein und wurde dort entsprechend seiner guten Leistungen mit einem ausgewogenem Frühstück belohnt. Anschliessend an das Frühstück, konnte ein 5-Sterne Lunchsäckchen eingepackt werden.

Dies beinhaltete nebst deliziöser Cervelat und Käse, einen leicht überzuckerten Tee, der bei Diabetikern höchstwahrscheinlich einen Zuckerschock auslösen würde. Mit gefüllten Rucksäcken und montierten Wanderschuhen, ging es Richtung Bus, nur ein Individuum hat das Motto von Nike wahrscheinlich etwas zu ernst genommen. Nach diesem langen Einstieg, gibt es zuerst eine kleine Pause, denn so erging es uns auch, da der Weg zu unserer Baustelle doch eine ziemlich lange Autofahrt benötigte, auf der ein Teil der mitgeführten Truppe wieder in den Tiefschlaf gleitete. Dieser wurde aber durch die einströmende kühle Luft, die durch die geöffnete Türe drückte, rasch beendet. Verschlafen booteten die topmotivierten Freiwilligen aus dem Bus in die Alpenfrische.

Startklar warten wir auf gefrorenem Boden, auf unseren liebenswerten Bündner, der unser Baumaterial mitführte. Als dieser ankam, lösten wir unsere beinahe angefrorenen Wanderschuhe und Sneakers vom Boden und machten uns daran, das Baumaterial vom Laster zu laden und zur Baustelle zu bringen. Das Herabführen des Materials über den steilen Abstieg war entgegen aller Erwartungen ohne Verluste von Material und Personen bewerkstelligt worden.

Unten angekommen deponierten wir unsere Rucksäcke in einem nicht einheitlichen Matpark und machten uns anschliessend auf, unsere bereits teilweise renovierte Brücke fertigzustellen. Hierzu mussten die heruntergetragenen Bretter auf den Stahlträgern montiert werden, welche mit Hilfe von einer Latte und gezielten, mehr oder weniger in der Stärke angepassten Hammerschlägen, in die richtige Position gerückt wurden. Diese Aufgabe benötigte zwei der acht Freiwilligen, währenddessen versuchten zwei fleissige Arbeiter den Auf- und Abstieg ein bisschen weniger mörderisch zu gestalten, indem sie die zuvor bereits angefertigte Naturtreppe, die teilweise durch herauf und herabrennen wieder zusammenbrach,  ausbesserten. Die restlichen vier Subjekte versammelten sich und hobelten die später benötigten Latten. Diese besonders anspruchsvollen Aufgaben benötigten die Hälfte des Morgens, sodass wir bei wunderschön wärmendem Sonnenschein die erste Pause einlegen konnten.

Weiter ging es damit, das steinerne Fundament für die Brücke zu legen, was doch eher rasch vollendet war. Womöglich ist dies auf die gefüllten Kraftreserven zurückzuführen, die aus dem Mittagschlaf resultierten. Die jetzt stabile Brücke, konnte mit den gehobelten Latten bedeckt und beendet werden, nur die Geländer der Brücken müssen noch befestigt werden, doch das ist eine Arbeit für einen anderen Tag. Wärend die Brücke mit den Latten bestückt wurde, wurden weiterhin Steine gefördert, die als Einstieg auf die Brücke und als Lückenfüller zwischen den Brücken dienten. Nachdem der Gehweg vollendet wurde, ging es ans Retablieren des Materials. Dafür wurde das zuvor heruntergetragene Arbeitsmaterial, wie der Presslufthammer, wieder den steilen Hang hochgetragen. Die ausgebesserte Naturtreppe half bei solchem Gewicht nur wenig, da das Brennen der Oberschenkel kaum auszuhalten war.

Als Abschluss des Retablierens, wurde das Material mit einem Netz auf dem Laster befestigt und gesichert. Kurz darauf traf unser Taxiservice mit dem Büsschen ein, mitdem wir uns eilig auf den Weg in die gemütliche Zivilschutzanlage machten. Einige der Freiwilligen stiegen unterwegs aus um eine kleine Shoppingtour im örtlichen Spar zu machen, während die restlichen eine warme Dusche im Bunker genossen. Anschliessend an die Dusche, konnte wieder ein köstliches Menu verschlungen werden.

Dies ist das Ende eines sehr strengen Arbeitstages, der mit einer Partie Billard oder Tischfussball abgeschlossen werden kann, bevor es am nächsten Morgen in der Früh wieder heisst: „Jtz bringi Stimmig i die Bude“.

Luca Küng und Michael Weber, Automatiker EFZ